In Obhut des Jugendamtes - wieder ein Kind ermordet

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Schon wieder ist ein Kind, das unter der Obhut des Staates stand, das dem Jugendamt anvertraut war, ermordet worden. Die verantwortlichen Staatsdiener exkulpieren sich gegenseitig. Das Jugendamt Bad Honnef hat alles richtig gemacht ("Wir waren nicht zuständig und haben intensiv darauf hingewiesen, daß man sich an das Jugendamt in Königswinter wenden muß") und das Jugendamt in Königswinter hat auch alles richtig gemacht ("wir wussten von nichts. Bei uns hat sich niemand gemeldet"). Was auf jeden Fall für die Staatsversager feststeht, fasst Bürgermeister Wirtz so zusammen "Aus heutiger Sicht gibt es keine Anhaltspunkte für irgendein Fehlverhalten". Ein Kirchenvertreter, der sich so zu den Missbrauchfällen geäußert hätte, wäre wahrscheinlich für Monate durch die Gazetten geschleift worden.

Wieder einmal musste ein Kind sterben, das eigentlich eine intakte Familie gebraucht hätte. Wieder einmal zeigt sich, daß die Struktur unserer Gesellschaft an den untersten Fundamenten geschwächt ist. Tatsächlich sieht es so aus, als führten verrückte Wissenschaftler an den Kindern Deutschlands seit den 60ern ein gigantisches Experiment durch, dessen Ausgang völlig ungewiss ist. Manch einer meint: das Experiment wird mit ganz Deutschland gemacht.

Dabei haben sich die Geschmacksrichtungen der jeweiligen Erziehungswissenschaftler in den letzten Jahrzehnten immer wieder verändert und entsprechend auch die Versuchsanordnungen. Die fortwährenden Experimente mit Schulformen und Betreuungseinrichtungen sprechen hier Bände. Wann immer - wie z. B. nach dem 12-jährigen bundesweiten Gesamtschul-Großversuch in den 70ern - die Ergebnisse die Verschlimmerung deutlich anzeigen, wird sofort ein neues ähnlich krudes Experiment veranstaltet.

Ich glaube nicht, daß dahinter ein großer Masterplan steckt, daß mithilfe einer wissenschaftlich unbegründeten Ideologie wie dem "Gender Mainstreaming" ein geheimes Ziel verfolgt wird. Derartige Ideologien gibt es und sie werden von Teilen der Verwaltung und der Euro-Bürokratie auch umgesetzt. Doch daneben existieren viele weitere Programme, die ähnlich sinnlos oder auf die Zerstöhrung unserer Lebensgrundlagen gerichtet sind.

Ich halte es daher für plausibler, daß unser Staat dem sozial-ökologischen Komplex in die Hände gefallen ist, der seine Mitglieder in Amt, Würden und an die Fleischtöpfe der Staatspfründe bringen will. Wer sich seinen Jahrgang ansieht und aufmerksam beobachtet, wer Beamter, Sozialarbeiter oder in staatlichen Programmen untergekommen ist, wird feststellen: das sind die Alternativen, die Ökos und die Revoluzzer aus den alten Schulzeiten. Nach mit Mühe geschafften Ausbildungen, Studien oder abgebrochenen Lehren, sind diese Grünen oder PDS Wähler als Prototypen des Sozialpädagogen im Staatsdienst ordentlich versorgt.

Eines geht diesen Staatsdiendern jedoch fundamental ab: das Bewusstsein mit dem öffentlichen Dienst auch wirklich im Dienste der Öffentlichkeit zu stehen. Hier fehlt es an dem Verantwortungsbewusstsein, das jetzt der kleine Anna aus Bad Honnef das Leben gerettet hätte. Die Einsicht, daß es falsch ist, Ehescheidung immer weiter zu erleichtern, Väter aus der Verantwortung zu entlassen, sich um die Mutter ihrer Kinder kümmern zu müssen, daß Familien mehr sind als ein zufälliges Ergebnis einer mehr oder minder kurzen Amoure. Der Staat kann und darf sich diese Verantwortung nicht anmaßen - er wird dabei immer versagen.

Doch heute: jeder abgebrochene Sozialpädagogik-Student ist doch froh, wenn er (verbeamteter) Schulsozialarbeiter werden kann, jede öko-Lebensgemeinschaft doch froh, wenn sie sich durch Pflegekinder statt durch Arbeit die Euros in die Tasche stecken kann und jeder gescheiterte alt-68er Rechtsanwalt ist doch überglücklich, wenn er vormundschaften für entmündigte alte Menschen für schweres Geld übernimmt. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, daß wir in den nächsten Jahren immer mehr Kinder diesen öffentlichen Diener für immer mehr Zeit (Stichwort: Ganztagesbetreuung) überlassen werden.

Genau deshalb ändert sich die Politik auch nicht, wenn es einen Regierungswechsel gibt. Egal welche Partei an der Macht ist - das sozial-ökologische Kartell diktiert die tatsächlichen Maßnahmen. Warum änderte sich die Innenpolitik von Schily zu Schäuble kein bischen? Warum ist auch die liberale FDP für die totale Bevormundung durch den Krippen- Ganztagesbetreuungsausbau? Warum macht die CDU eine Familienpolitik, die sich gegen intakte und funktionierende Familien richtet?

Nicht weil das der Parteilinie entspräche - der sozial-ökologische Komplex lässt keine andere Politik zu. Leiden müssen darunter u. a. die Kinder, die dann von solchen Menschen betreut werden, wie in diesem Fall.

Ich trauere um das arme Mädchen - wieder mal ein Opfer dieses Staates. Es tut mir so leid. Die kleine, die sich hat schinden und schlagen lassen müssen - bis sie am Ende tot war.

Weiterer Aspekt

Faktum ist: in den letzten 60 Jahren ist kein einziges Kind in der Obhut der Kirche ermordet worden. Dennoch wurde seit Monaten eine Treibjagd auf die Kirche veranstaltet, die sich redlich müht, Kinder in ihrer Obhut zu schützen und liebevoll zu erziehen. Ich frage mich, was die Presse geschrieben hätte, wenn ein Kirchenvertreter sich zu den Vorwürfen so geäußert hätte:

"Das ist richtig, wir haben Meldungen bekommen", bestätigt Bad Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden, konfrontiert mit dem Vorwurf. "Wir haben den Anrufern die Zuständigkeit des Jugendamtes Königswinter geschildert und sie gebeten, dort anzurufen." Das dortige Jugendamt ist zuständig, da Annas leibliche Familie aus Königswinter stammt.

Die Honnefer Mitarbeiter hätten auch selbst die Kollegen im Nachbarort informiert, äußerte Feiden. Erst am Donnerstag, dem Tag des Vorfalls, sei die letzte Meldung in Honnef eingegangen, und auch die sei nach Königswinter weitergeleitet worden. "Wir haben nachgefragt, ob eine akute Gefährdung vorliege, denn dann wären wir selbst tätig geworden, egal ob wir zuständig sind", versichert Feiden.

"Aus heutiger Sicht gibt es keine Anhaltspunkte für irgendein Fehlverhalten", sagt Wirtz."

Bonner Generalanzeiger



Doch während der sozial-ökologische Komplex eine riesen Treibjagd auf die Kirche veranstaltet hat, wo schlimme Dinge selten vorkamen, wird diese kleine Mädchen, das das Jugendamt auf dem Gewissen hat, auch wieder nur eine Randnotiz sein - wie die vielen anderen Kinder, die in der Obhut des Jugendamtes gestorben sind (Denis, Kevin, Lara-Mia, Lea, ...) - da hätte ich mir gewünscht, daß die Kleine in einem Kloster oder Schwesternheim betreut worden wäre, wo das Risiko von Misshandlung und Missbrauch statistisch 32mal geringer ist, als in staatlichen Institutionen und über 100mal geringer als in der Obhut des Jugendamtes.